Akureyri, zweitgrößte Stadt Islands. Lohnt sich die Fahrt in den Norden?

Als der Wetterbericht eine Woche wahnsinns Wetter für ganz Island ankündigte, musste ich mich entscheiden: Sollte ich nun zu den Westfjorden, wo die Papageientaucher Jahreszeiten bedingt eh schon Reißaus genommen hatten oder doch besser nach Akureyri fahren, wo die Chance bestand noch auf eine Walbeobachtungstour zu gehen, was auf Snæfellsnes ab September leider nicht mehr möglich ist.
Wie kommt man bequem von Reykjavik nach Akureyri? Was hat die zweitgrößte Stadt Islands zu bieten? Und welche Ausflugsziele gibt es in der Nähe?

Die Wahl fiel dann auf Akureyri. Die Westfjorde musste ich schweren herzens auf einen weiteren Urlaub verschieben. Ein zweiter Anlauf war Wetterbedingt nämlich gescheitert.
Bei Sturm sind Steilklippen keine gute Idee. Und eine 2 1/2 stündige Überfahrt mit der Fähre auch nicht unbedingt.
Die Entscheidung habe ich keinen Augenblick bereut, denn ich habe mich direkt in das Städtchen mit ihren schnuckeligen Häusern verliebt.

Ausgangspunkt der Reise war Borgarnes. Von dort aus bin ich mit dem Überlandbus 5h lang bis nach Akureyri durchgefahren. Schön gemütlich mit free wi-fi und Steckdose direkt am Platz. Was will man mehr?

Alle Fans von Comicheft-Verfilmungen können sich sicher meine Euphorie vorstellen, als die Haltestellenanzeige als nächsten Stop das Örtchen „Bifröst“ anzeigte. Leider war von Thor und Loki weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen wartete der Ort (?) dafür aber mit einer Universität, einer Wohnheimanlage, nem Supermarkt und natürlich einem Schwimmbad auf. Das wars dann aber auch schon. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Nach Wochen der kargen Landschaften mit Bäumen, die ich eher als Büsche bezeichnen würde, glaubt ihr gar nicht, wie sehr ich mich in Akureyri über das Herbstlaub und dessen Geruch, sowie über die vermeintlich großen Bäume gefreut habe. Verglichen mit denen in Deutschland oder jedem anderen stark bewaldetem Land, sind allerdings selbst diese klein.

Obwohl die Stadt mit ihren etwa 18000 Einwohnern recht klein ist, war trotzdem hin und wieder was von Großstadt Vibe zu spüren, was vor allem auch an den Bewohnern lag.
In einer Stadt mit der Größe von Akureyri erwartet man nicht zwangsläufig Bewohner, die du rein optisch eher nach Berlin oder London verfrachten würdest.
Neben der tollen Lage direkt am Fjord mit Blick auf die Berge gibt es dort auch einige Kunstmuseen, Cafés und nette Restaurants.

Und an dieser Stelle möchte ich nochmal ‚Hi!‘ sagen, wo ich hier doch das erste Mal ein Foto von mir poste. Wer sagt denn, dass man beim alleine Reisen keine guten Fotos von sich selbst machen kann? Berge, Fjord, Hafen, Sonnenaufgang – alles wichtige drauf!

Hier ging mir das Herz auf. Zwar hat der isländische Herbst definitiv was für sich, wenn man von Tag zu Tag beobachten kann, wie die Gräser und Pflanzen Herbsttöne annehmen und wie sich das Grün der Wiesen verändert, trotzdem habe ich den klassischen Herbst von zu Hause vermisst.

Ich kann nur jedem einen Abstecher nach Akureyri empfehlen.
Generell kann man von dort aus auch viele Ausflüge ins Umland machen. Sei es zum Jólahús, Húsvík, dem Dettifoss oder aber auch nach Mývatn.
Wenn man keinen Mietwagen hat, erreicht man Akureyri von Reykjavik aus entweder mit dem Flugzeug ab dem nationalen Flughafen oder mit dem Überlandbus Linie 57.

Reisezeitraum war übrigens Mitte Oktober bei 5 bis -3°C.

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