Kino-Tipp: „Der Eid“ von Baltasar Kormákur

Die Preview von „Der Eid“ wurde mir von Pure Online zur Verfügung gestellt.

Island- und Filmfans aufgepasst: Am Donnerstag, 9. Februar 2017, kommt der neue Film von Baltasar Kormákur (Everest, Reykjavík 101) in die deutschen Kinos.

Seichtes Popcorn Kino darf man hier nicht erwarten. In „Der Eid“ werden wir mitten in das Leben des erfolgreichen Chirurgen Finnur hineingeworfen, dessen heile Welt mehr und mehr aus den Fugen gerät. 

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© Alamode Film

Alles fängt damit an, dass Anna (Hera Hilmar) viel zu spät und in einem viel zu kurzen Kleid  auf der Beerdigung ihres Großvaters auftauch und so gar nicht in das perfekte Leben ihres Vaters zu passen scheint.

Finnur (Baltasar Kormákur) ist ein erfolgreicher Herzchirurg und bewohnt zusammen mit seiner zweiten Frau Solveig (Margrét Bjarnadóttir) und der kleinen Tochter Hrefna ein tolles Haus in Reykjavik. Alles scheint perfekt, wäre da nicht Anna, die lieber feiern geht, als sich um ihre Ausbildung zu kümmern.

Damit konfrontiert, geht Anna in Abwehrhaltung. In ihrem Freund Óttar (Gísli Örn Garðarsson) findet sie eine Stütze und die große Liebe. Jedoch trägt er erheblich dazu bei, dass sie sich immer weiter in Partys und Drogen verliert, denn als Drogenhändler sitzt er an der Quelle.

Als Vater kann Finnur es schwer ertragen, tatenlos dabei zuzusehen, wie seine ältere Tochter ihr Leben einfach so wegschmeißt. Daher entschließt er sich zu handeln und Óttar klar zu machen, sich von seiner Tochter fernzuhalten.

Zuerst versucht Finnur es mit Gesprächen, als diese nichts bringen und eher noch in Drohungen und Gewalt ihm gegenüber enden, sieht er keinen anderen Ausweg mehr, als härtere Geschütze aufzufahren. So sieht er sich bald in dem moralischen Dilemma, als Arzt den Eid geschworen zu haben, seine Fähigkeiten ausschließlich zum Wohl des Patienten einzusetzen, aber auch als Vater das Wohl seiner Tochter als Ziel zu haben.

Bei dem Versuch das Richtige zu tun, gerät Finnur immer weiter selbst in den Bereich des Illegalen, macht fatale Fehler auf der Arbeit und seine perfekte Welt beginnt zu wanken.


Fazit:
Wie eingangs erwähnt, ist dies kein Film, bei dem man sich knapp 2 Stunden einfach zurücklehnt und sich unterhalten lässt. Hier geht es schon etwas heftiger zu. Die Charaktere sind gut gezeichnet und vor allem Finnur macht mit der Zeit einen Wandel durch, den man ihm gut abkauft. Welcher Vater würde tatenlos dabei zusehen, wie seine Tochter sich immer mehr selbst schadet? Während man Anna zu rufen möchte, wieso sie sich ihre Zukunft nur so verbaut, wandelt sich Finnur mit der Zeit so sehr, dass er sich zu Hause seiner Frau gegenüber verschließt, seinen Job riskiert und zu Mitteln greift, die sich nicht mehr im Bereich der Legalität bewegen. Was hat man davon zu halten? Ich bin mir etwas unschlüssig. Auch wenn ich als Zuschauer sein Handeln verstehen kann, wirft der Film immer wieder Fragen zur Moral auf. Ein Thriller, der in Island eine tolle Kulisse findet, für eine Geschichte, die so oder so ähnlich überall auf der Welt passieren könnte. Die große Frage bleibt: Wie weit würdest du gehen, um deine Familie zu schützen?

Der Eid – Kinostart 9. Februar 2017 – 110 Minuten
Genre: Thriller
FSK: 16

Trailer

Fotos: © Alamode Filme
Meine Meinung ist wie immer die eigene und wurde nicht beeinflusst.

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