Island, Kultur, Rezension
Schreibe einen Kommentar

So sind sie, die Isländer – Reise Know-How

Jedes Land hat so seine Eigenarten. Ob man eine Reise plant oder auch einen längeren Aufenthalt, so ist es doch interessant, sich vorher schon ein wenig über die Gepflogenheiten vor Ort zu informieren. In der neuen Reihe von Reise Know-How „Die Fremdenversteher“ wird sich genau diesem Thema angenommen.

Und welchen Band könnte ich da besser beurteilen, als den über die Isländer?! In den 3 Monaten meines Work & Travels sind mir so einige Eigenheiten aufgefallen, aber mit Sicherheit nicht alle. Umso interessanter war es, meine Beobachtungen mit denen im Buch zu vergleichen.

Snaefellsnes Island

Also, wie sind sie nun?

Damit ihr einen kleinen Einblick bekommt, was für Themen behandelt werden und vor allem eine Ahnung bekommt, wie Isländer ticken, habe ich euch 4 Beispiele heraus gepickt, die mir besonders ins Auge gestochen sind.

Da hätten wir einmal die Rolle der Frau in Island. Waren sie früher dafür verantwortlich Heim und Hof zu organisieren, während die Männer für den Fischfang auf See waren, so sind sie auch heute noch sehr willensstark und unabhängig. Generell hatte ich in Island den Eindruck, dass die Isländer in Punkto Gleichberechtigung schon viel weiter sind.

„Wenn man so tief gesunken ist, dass man Bargeld verwenden muss, könnte man ein Ladendieb sein.“ – Ich weiß nicht, wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt und sie hat wohl auch mit der Finanzkriese 2008 zu tun. Fakt ist allerdings, dass Isländer gar nicht damit rechnen, dass jemand mit Bargeld bezahlen möchte (mal von Bussen abgesehen), sodass einem direkt das Kartenlesegerät unter die Nase gehalten wird. Selbst bei kleinen Beträgen. Ich wünschte, in Deutschland ginge das auch so problemlos.

Wie sagte meine Isländisch Lehrerin einmal so schön: „Wenn du mit einem Isländer verabredet bist und ihn anrufst, um zu fragen, ob er bald da sei, wird einem mit Sicherheit geantwortet, er wäre auf dem Weg. In Wahrheit hätte er in dem Augenblick wahrscheinlich nicht mal eine Hose an.“ Die Pünktlichkeit in Island, ist so eine Sache. In einem Land, wo u.a. auch das Wetter seinen Teil dazu beiträgt, wann und ob überhaupt Besuch kommt, ticken die Uhren eben etwas anders. Auch in anderen Bereichen des Alltags macht sich das bemerkbar. Stichwort: Beantwortung von eMails. Da muss man schon mal das ein oder andere Mal öfters nachhaken, bis die Antwort kommt.

„Der typische Isländer ist ruhig und zurückhaltend im Beisein von Fremden.“ – Ich denke mal, dass diese Aussage sehr davon abhängt, wo man jemanden trifft. Triffst du Isländer auf einer Party, sind sie mit Sicherheit sehr offen. Meine ersten Berührungen mit Isländern hatte ich in meiner Gastfamilie und am Anfang traf die Aussage 100% auf sie zu. Je länger ich dort war, je öfter ich etwas „überraschend gut“ gemacht hatte, ich gezeigt hatte, dass ich das Ganze ernst nehme, je offener wurde meine Familie und desto akzeptierter war ich. Andere Leute die ich kenne sagen, Isländer seien doch total offen. Dieser Punkt zeigt allerdings schön, dass man, wie immer, nicht alle (Isländer) über einen Kamm scheren kann und dass man auch bei diesem Buch alles mit einem Augenzwinkern betrachten sollte.

Fazit!

Das Buch deckt alle erdenklichen Bereiche des Alltages und Zusammenlebens ab. Es beginnt mit „Nationalgefühl & Identität“, behandelt die Obsessionen der Isländer, ihren Sinn für Humor, ihre Systeme, aber auch isländische Bräuche und Traditionen. Auch wenn man nach der Lektüre von „So sind sie, die Isländer“ leicht den Eindruck bekommen könnte, dass Isländer ein klitzekleines Bisschen zu sehr von sich selbst überzeugt sind (Sie sind immerhin die Nachfahren der Wikinger), so kann ich Entwarnung geben: Isländer sind ein sehr freundliches, entspanntes, liebenswertes Völkchen. Wer also plant in Island Work & Travel zu machen, dort studieren möchte oder einfach vor einem Urlaub neugierig ist, dem kann ich das  Buch sehr empfehlen. Es liest sich sehr flüssig, gibt einen guten ersten Eindruck und ist ein äußerst kurzweiliges Vergnügen. Hier liegt vielleicht auch der einzige Haken: Die 8,90€ für etwa 100 Seiten. Aber wenn man die mit dem Preis eines Kinobesuches vergleicht, relativiert sich der auch schon wieder. Den Fremdenversteher gibt es übrigens u.a. auch für Schweden, Franzosen, Engländer und Niederländer.

Offenlegung: Mir wurde der Band „Die Fremdenversteher – So sind sie, die Isländer“ vom Reise Know-How Verlag unentgeltlich zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst. 

Verwandte Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.