Island, Kultur, Planen
Schreibe einen Kommentar

Die wichtigsten Tipps für die erste Island-Reise

Seit ein paar Jahren ist Island in aller Munde und wird als Reiseziel immer beliebter. Nach dem Erfolg der isländischen Mannschaft bei der Fußball EM 2016 und dem legendären „HUH!„, ist Island in der Wahrnehmung nochmal mehr gestiegen. Viele, die der kleinen Atlantikinsel vorher wenig Beachtung geschenkt haben, wurden spätestens von den sympathischen isländischen Fans und der Nationalmannschaft auf Island aufmerksam.

In den letzten Wochen wurde ich von Bekannten und Kollegen immer wieder nach Tipps für ihre erste Islandreise gefragt, sodass ich mir dachte, dass ich sie doch auch hier teilen könnte. Reisetipps für verschiedene Regionen Islands habe ich bereits in mehreren Artikeln gegeben, daher möchte ich hier auf die grundlegenden Sachen eingehen (Isländische Gepflogenheiten, öffentlicher Verkehr, günstige Supermärkte uvm). Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein kleiner Sprachführer, inklusive isländische Aussprache leichtgemacht.

thingvellir-island-iceland (4)

Vor der Reise nach Island


Geld
– Währung: Isländische Krone
– Geld umtauschen ist nicht unbedingt nötig, außer man plant mit dem Bus zu fahren (da muss es aber passend sein). Bei den großen Überlandbussen ist jedoch Kartenzahlung möglich.
– Wenn man trotzdem Bargeld haben möchte, kann man vor Ort am Flughafen direkt Geld umtauschen oder aber an einem Bankautomaten Geld gegen eine recht humane Gebühr abheben.
–  Selbst kleine Beträge zahlt man mit Karte. Isländer sind eher überrascht, wenn man bar zahlen möchte.
– Man kann sowohl mit Maestro, als auch mit Kreditkarte bezahlen (Hier aber die PIN parat haben)
– Eine Kreditkarte ist nötig, wenn man sich einen Mietwagen leihen möchte.
– Auch wenn man immer wieder liest, dass man in Island kein Trinkgeld gibt, freuen sich auch die Isländer darüber und man kann ruhig welches geben.


Kleidung
Island ist bekannt für sein wechselhaftes Wetter. Daher lohnt es sich beim Kofferpacken ein paar Dinge im Hinterkopf zu behalten.

– Das A und O ist der Zwiebellook. Am besten trägt man mehrere Schichten, die man je nach Bedarf aus und wieder anziehen kann, sodass man nicht friert oder anfängt zu schwitzen.
– In einem Land, wo es ziemlich oft stürmt, würde ich immer eine Mütze mitnehmen.
– Eine wasser- und windabweisende Jacke sollte nicht fehlen.
– Ich würde jedem eine Regenhose empfehlen. Es macht keinen Spaß bei horizontalem Regen in normaler Hose herum zu laufen. Nach 2 Minuten ist man bis auf die Knochen nass (Ich spreche aus Erfahrung ;D).
– Je nachdem was man plant, sind robuste Schuhe von Vorteil.
– Der Badeanzug oder die Badehose darf natürlich auch nicht fehlen. In Island gibt es schließlich lauter Heiße Quellen und Bäder.
– Auch wenn man hauptsächlich auf dem Land unterwegs ist, empfehle ich für die großen Städte (Reykjavík & Akureyri) auch normale Kleidung einzupacken. Sprich: Nicht komplett in Outdoor-Montur in Restaurants, ect. gehen. Wie die Skandinavier, sind auch die Isländer ein sehr stylisches Völkchen und legen Wert darauf, sich dem Anlass entsprechend zu kleiden. In Berlin würde man so ja auch nicht in ein Restaurant gehen.

Das sind die Basics, die man beachten sollte. Einen ausführlichen Bericht dazu habe ich bereits geschrieben. Dort gehe ich nochmal Näher auf alles ein. Auch auf die Temperaturen.


Diverses
– Ein Steckeradapter ist nicht nötig. In Island gibt es die gleichen Steckdosen wie in Deutschland. Yay!
– Da Island im Schengenraum ist, braucht man keinen Reisepass . Ein Personalausweis ist für die Einreise  ausreichend.

Snaefellsnes-Island-Iceland (1)

Während der Reise in Island


Fortbewegung

⇒ Vom Flughafen Keflavík (Internationaler Flughafen) nach Reykjavík
Der Flughafentransfer ist die einfachste Variante ins Zentrum von Reykjavík zu kommen. Da gäbe es z.B. den  flybus.is der zum BSÍ Bus Terminal fährt. Eine einfache Fahrt kostet 2200 ISK, ein Return Ticket 4000 ISK. Eine Fahrt dauert 40- 45min.

Meine Empfehlung: Vorher anschauen, wie weit die Unterkunft vom BSÍ entfernt ist. Meistens lohnt es sich nämlich nicht das Flybus+ Ticket (2800 ISK) zu kaufen, mit dem man direkt zum Hotel gefahren wird. Die Entfernungen in Reykjavik sind nicht groß, sodass man meistens schneller ist, wenn man läuft. Ansonsten steigt man beim BSÍ erst mal in einen anderen Bus um und wenn man Pech hat, kommt das eigene Hotel als letztes an die Reihe. So zahlt man mehr und ist gegebenenfalls auch noch länger unterwegs.

Eine günstigere Variante ist der Transfer von Gray Lines. Allerdings sollte man hier bedenken, dass das Bus Terminal nicht direkt im Zentrum von Reykjavik liegt. Aber auch hier wird der Hotel drop-off angeboten.

⇒ Mit dem Fernbus durch Island
Eine Variante von A nach B zu kommen, ist der Fernbus. Ich selber habe bis jetzt nur Busse von Strætó benutzt. Zum Beispiel auf Fahrten von Reykjavík (Mjódd) nach Borgarnes, Akureyri (etwa 60€) oder Stýkkishólmur. Hier empfiehlt es sich, sich die Strætó App zu holen. Mit der App kann man seine Route planen, erfährt die Abfahrtszeiten, wo man umsteigen muss, ect. Und das auch auf Englisch!
Weitere Informationen zu anderen Busunternehmen gibt es hier.

⇒ Mit dem Mietwagen durch Island
– Die meisten Autovermietungen bieten einen Pick up Service am Flughafen an.
– Man sollte bei den Versicherungen nicht sparen. Vulkanasche, Sandsturm (= Sandstrahlung des Autos), Steinschlag – alles ernst zu nehmende Punkte in Island.
– Bei Sturm Autotüren beim Ein- & Aussteigen festhalten, wenn die Gefahr besteht, dass sie irgendwo gegen knallen könnten.
– Wer Straßenkarten lesen kann, kann problemlos auf das Navi verzichten. Ich habe mich noch nie in Island verfahren.
– Wer plant durch das Hochland zu fahren, braucht ein Auto mit Allradantrieb. Man sollte sich vor der Reise informieren, ob man ein Ziel hat, welches nur über sogenannte F-Straßen zu erreichen ist. Auf diesen sind ausschließlich Autos mit 4×4 Antrieb erlaubt – aus gutem Grund (Unwegsames Gelände, Furchen die man durchqueren muss, usw.).
– Zum Tanken braucht man meistens eine Kreditkarte (4- stellige PIN),  manchmal funktioniert aber auch die ec-Karte. Es gibt auch Guthabenkarten verschiedener Tankstellen Anbieter, mit denen man tanken kann. Das N1 Netz ist am weitesten ausgebaut. Am besten tankt man schon, wenn der Tank halbvoll ist.
– Die Höchstgeschwindigkeit auf asphaltierten Straßen beträgt 90 km/ h, auf unbefestigten Straßen sind es 80 km/h. In geschlossenen Ortschaften liegt sie bei 50 km/h oder in beruhigten Zonen bei 30 km/h.
– Man sollte beachten, dass oftmals Schafe auf oder neben der Strecke unterwegs sind und dementsprechend umsichtig fahren.
– Es ist strengstens verboten querfeldein zu fahren, da dies die empfindliche Flora zerstört und es manchmal Jahrzehnte braucht, bis sie sich wieder erholt hat.

Essen und Trinken

– Das Leitungswasser ist von aller höchster Qualität und kann problemlos getrunken werden. Wasser in Island zu kaufen ist reinste Geldverschwendung, da es sich nicht von dem aus der Leitung unterscheidet. Allerdings sollte man das Wasser vor dem Abfüllen laufen lassen, bis es kalt ist. So vermeidet man den Schwefelgeschmack. Gleiches gilt beim Zähneputzen. Dies ist allerdings von Region zu Region verschieden. Sprich: Manchmal gar nicht nötig, oder eben wohl.
– Der günstigste Supermarkt Islands ist Bónus.

Nützliches

– Da Island kein EU-Mitgliedstaat ist, kann man dort Tax-Free shoppen. Ab 6000 Kronen Einkaufswert kann man sich ein Tax-Free Formular aushändigen lassen, bzw. wird es einem meistens automatisch gegeben. Auf dem Formular muss man als Garantie seine Kreditkartennummer angeben. Am besten lässt man sich vor der Gepäckaufgabe am Flughafen die Steuer auszahlen oder gutschreiben, falls man die gekauften Waren vorzeigen muss.
– Wenn es um das Wetter geht, lässt sich Island nicht mit anderen europäischen Ländern vergleichen. Wenn ein Isländer einem Rät, an Tag X nicht dort oder dort hin zu fahren, dann lässt man das besser auch. Es gibt super Seiten, die einen über besondere Wetter- und Straßenverhältnisse informieren und nach deren Warnungen man sich richten sollte.
road.is
savetravel.is (+ 112 Notfall App)
Veður.is (+ App)
– Genrell sollte man die Gefahren, die von den Naturgewalten in Island ausgehen, nicht unterschätzen. Warum das so ist und nähere Infos dazu habe ich bereits zusammen getragen.
– Betritt man ein Privathaus oder ein Guesthouse, zieht man sich die Schuhe aus.

Reykjavik-Island-Iceland-Streetart

Kleiner Isländisch-Sprachführer + Aussprache leichtgemacht!

Isländisch zählt zu den schwereren Sprachen. Nichts desto trotz ist es kein Hexenwerk, die einfachen Floskeln zu lernen. Aber keine Sorge: In Island wird bis ins hohe Alter Englisch beherrscht. Verständigungsprobleme sollten also nicht auftreten.

Die isländische Aussprache!
(Zuerst, damit man aus meiner Lautschrift schlau wird.)

Ð/ ð – Englisches „th“ wie in „the“
þ/ Þ – Englisches „th“ wie in „thing“ (Ich will hier kein „P“ hören ;D)
Æ/ æ – Wie das deutsche „Ei“.
á – Wie das deutsche „au“.
au – Spricht man „öj“ aus, ähnlich wie bei „Feuilleton“.
é – je
ey/ ei – Wie das „ey“ in „Hey“, nicht wie das deutsche „Ei“.
fn – bn (= Höfn -> Höbn)
fl – bl (= Keflavík -> Keblavík)
hv – kv
í/ ý – ie
i – Kurzes „i“, wie in „Mist“
ll – tl
ó – Wie ein überraschtes „Oh!“ oder „ow“.
r – Das „R“ rollt man recht extrem. Es klingt manchmal so, als würde man hinter das „R“ noch ein „Ch“ packen, wie in Rauch.
u – ü
ú – u

Die Betonung liegt immer auf der ersten Silbe. Außerdem gibt es viele Laute im Isländischen, die es im Deutschen nicht gibt, sodass man sie nicht 100%ig beschreiben kann.

Nützliche isländische Wörter und Sätze

Guten Morgen/ Guten Tag – Góðan daginn
⇒ Gohthan dai-jinn (Das „J“ wie in „jeder“)

Guten Morgen/ Guten Tag – Góðan dag
⇒ Gohthan daaach, klingt wie Holländisch.

Hallo – Halló
⇒ Hallow

Hi – Hæ/ hæ hæ
⇒ Hai/ Hai hai

Guten Abend – Góða kvöldið &  gott kvöld
⇒Gohtha kvöldith & gohtt kvöld

Tschüss – Bless
⇒ Bläss

Ja – Já
⇒ Jau

Nein – Nei
⇒ Ney

Danke – Takk
⇒ Tahk

Vielen Dank – Takk fyrir
⇒ Tahk feerir

Nein Danke – Nei takk
⇒ Ney  tahk

Ich heiße… – Ég heiti…
⇒ Jech heyti… (ch = wie in Nacht)

Wie geht es dir? – Hvað seigir þú gott? (Wörtlich: Was sagst du Gutes?)
⇒ Kvath sey-ir thu goht

Sehr gut! – Mjög gott!
⇒ Mjöj goh-t

Alles gut! – Allt gott!
⇒ Allt goh-t

Prost!
– Skál!
⇒ Skaul

Ich hätte gerne… – Ég ætla að fá …
⇒ Jech eitla fau… (das að (=ath) kann man weglassen)

Geöffnet – Opið
⇒ Opith

Geschlossen – Lokað
⇒ Lokath

Flughafen – Flugvöllur
⇒ flüchvötlur

Entschuldigung… – fyrirgefðu
⇒ feerirgefthu

Entschuldige… – afsakið
⇒ afsakith

Island – Ísland
⇒ Iisland

Deutschland – Þýskaland
⇒ Thiiskaland

Schweiz – Sviss

Österreich – Austurríki
⇒ Öjstürriiki

Ich komme aus… – Ég er frá…
⇒ Jech er frau…

lóndrangar-iceland-island-snaefellsnes

Hast du noch Fragen? Oder weitere Tipps? Dann immer her damit!

Verwandte Artikel:

0 Kommentare

  1. Pingback: Island: Pleiten, Pech und Pannen! – Fernwehge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.