Baltikum, Litauen
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Baltikum Rundreise: Meine Tipps für die Route durch Litauen

Nach Wochen der Vorbereitung und Planung der Route, ging Ende August nun endlich unsere Baltikum Rundreise in Klaipeda in Litauen los. Von dort fuhren wir weiter nach Lettland, durch Estland und wieder zurück, bis wir schließlich wieder in Litauen waren.

Wir hatten uns für diese Reihenfolge entschieden, da wir durch Polen zurückreisen wollten. Wie ich schon bei meinem Artikel über die Planung erwähnt hatte, richtet sich die Route auch nach der Art der An- und Abreise. Aber ganz egal, wie diese bei dir aussehen sollte, möchte ich mich jetzt dem interessantesten Punkt widmen: Meiner erprobten Route durch Litauen mit allen Must-Sees! Diese kannst du super als Orientierung für deine Reise nutzen.

Altstadt Klaipeda

Die Rundreise ging in Klaipeda in Litauen los.

Nach 20 Stunden Fährfahrt, liefen wir endlich in den Hafen von Klaipeda ein. Dabei konnten wir direkt einen ersten Blick auf die Stadt auf der einen Seite und auf die Kurische Nehrung auf der anderen Seite, erhaschen. Für uns beide war Litauen eine Premiere. Es ist für mich immer wieder spannend, das erste Mal in ein Land zu reisen und von Grund auf neu kennenzulernen.

Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten, nutzten wir das schöne Wetter für eine kleine Erkundungstour durch die Stadt. Nicht ganz ohne Probleme. Auf der Fahrt hatten wir ziemlichen Wellengang, den wir auch noch an Land zu spüren bekamen. Davon ließen wir uns aber nicht beirren und suchten uns ein Restaurant für das Abendessen.

Eigentlich hatte ich ein, den Fotos nach zu urteilen, tolles Restaurant (Monai) empfohlen bekommen, welches montags allerdings geschlossen hatte. Bei unserer zweiten Entdeckung hatten wir uns für einen Tisch draußen an einem schönen Platz entschieden. Leider teilte uns der Kellner mit, dass innen eine große Gesellschaft sei und die Wartezeit etwa eine Stunde beträgt. Da wir hungrig waren, war das also keine Option. Nach kurzer Sucherei haben wir uns dann für das Restaurant Senoji Hansa entschieden, das auch traditionell litauische Speisen auf der Karte hatte. Das Essen war gut, die Bedienung äußerst freundlich, was die restliche Reise so weitergehen sollte.

Für den nächsten Tag stand die Kurische Nehrung auf dem Plan. Eine Station, auf die wir uns ganz besonders gefreut hatten.

Ganz unten findest du noch eine Karte mit allen Stationen, sowie eine genaue Auflistung, wie lange wir an den verschiedenen Orten geblieben sind, damit du einschätzen kannst, wie viel Zeit du in etwa einplanen solltest.

Klaipedas Altstadt

Blick von der Düne der Kurischen Nehrung aufs Meer

Mit der Fähre auf die Kurische Nehrung.

Am nächsten Tag nahmen wir die Fähre auf die Kurische Nehrung. Der Fähranleger ist nur wenige Minuten von der Innenstadt Klaipedas entfernt. Die Überfahrt dauert 20 Minuten, sodass man ziemlich flott da ist. Für Hin- und Rückfahrt mussten wir gerade mal 11,05€ zahlen. Wer in den Nationalpark möchte und zu der bekannten Parnidis-Düne, muss eine Gebühr entrichten. Je nach Saison variieren die Preise. Wir haben insgesamt 5 € bezahlt. In der Hauptsaison sind es dann schon 20 €.

Bei angenehmen 20 Grad plus und Sonnenschein fuhren wir gen Nida. Die vielen Parkplätze neben den Straßen ließen erahnen, wie voll die Insel im Sommer wohl werden kann. Ende August waren sie alle verwaist. In Nida angekommen, machten wir uns direkt auf den Weg zur Wanderdüne. Ganze 44 Meter misst sie an ihrer höchsten Stelle. Auf dem Hinweg wählten wir den Weg durch den Wald. Es war einfach herrlich weit und breit keine Menschenseele zu sehen und nichts zu hören, außer das Rauschen des Windes, Insekten und vereinzelte Rufe von Vögeln.

Der Blick über die Düne und die spiegelglatte Ostsee – ein Moment, in dem ich dachte: „Diese Reise war die absolut richtige Entscheidung.“ Einer dieser kleinen Momente der Glückseligkeit! Auf dem Rückweg entschieden wir uns für den Weg am Wasser entlang.

Fun fact: Natürlich hat mich die Tatsache, dass eine Düne aus Sand besteht, komplett kalt erwischt. Andernfalls hätte ich natürlich mitgedacht und meine schwarzen Wildleder Sneaker gegen andere Schuhe getauscht. Aber warmer Sand zwischen den Zehen ist ja eh herrlich. 

 

Kurenwimpel in Nida

Das Örtchen Nida auf der Kurischen Nehrung und seine tollen Holzhäuschen.

Statt uns das Thomas-Mann-Haus anzuschauen oder ins Geschichtsmuseum zu gehen, haben wir an dem Tag einfach den Müßiggang gepflegt. Bei bestem Wetter sind wir durch die Sträßchen spaziert und haben uns die vielen schönen Holzhäuser und deren beneidenswerte Gärten angeschaut. Auf dem Rückweg zum Auto sind wir an der langen Promenade entlang gelaufen und haben den Blick auf das Haff genossen.

Typisch für die Gegend sind neben den Holzhäusern auch die sogenannten Kurenwimpel. Diese befestigten die Kuren früher an ihren Booten um ihre Ortszugehörigkeit zu markieren.

Holzhäuschen in Nida auf der Kurischen Nehrung.
Holzhäuschen in Nida auf der Kurischen Nehrung.
Berg der Kreuze in Litauen.
Der Berg der Kreuze – Pilgerstätte und Zeichen des Widerstands

An dieser Stelle machen wir einen großen Sprung ans Ende unserer Baltikum Rundreise.

Ob man nun religiös ist oder nicht, meiner Meinung nach lohnt sich der Besuch des Berges der Kreuze. Es ist interessant zu sehen, aus welchen Ecken der Welt die Leute dort hingefunden haben. Oder aber auch, dass die Brust einer Heiligenfigur als perfekte Stelle für das eigene Kreuz erscheint.

Früher war der Berg der Kreuze auch ein politisches Symbol gegen die kommunistische Herrschaft der Sowjets. Diese ließen den Berg mehrere Male zerstören. Davon ließen sich die Litauer jedoch nicht einschüchtern und stellten immer wieder neue Kreuze auf.

Berg der Kreuze in Litauen.

 

Vilnius, die Hauptstadt Litauens.

Vilnius – kleine Hauptstadt mit tollem Flair.

Nach Riga und Tallinn war Vilnius die dritte Hauptstadt, die wir auf unserer Rundreise besuchten. Die Städte könnten unterschiedlicher nicht sein! Und zur Überraschung aller, denen ich von meiner Reise erzählt habe, belegt Vilnius vor Riga Platz 2 in meinem persönlichen Ranking.

Die Stadt hat auf mich einen sehr modernen, wohlhabenden Eindruck gemacht. Vielleicht war es Zufall, aber mir sind noch nie so viele Elektroautos in so kurzer Zeit aufgefallen. Dazu im Kontrast standen allerdings die Abgase der anderen Autos, welche augenscheinlich wohlgemerkt keine alten Fahrzeuge waren. Eine brennende Nase und leichte Kopfschmerzen waren die Folge. Das passiert wohl, wenn man die Tage davor in Nationalparks und auf dem Land unterwegs war und seit längerer Zeit das erste Mal wieder in eine Großstadt kommt.

Wir hatten 2 Punkte auf unserer Liste, die wir uns in Vilnius vor allen anderen ansehen wollten. Einmal war das die Užupis Republik und das Loftas Fest. Das einzige Urban City Festival im Baltikum, welches Musik, Design, Kunst und Food vereint.

Auf das Festival aufmerksam geworden war ich durch das isländische, war ja irgendwie klar, Rap Duo Úlfur Úlfur, welches ich schon einige Mal in Island gesehen hatte. In Deutschland sind sie bisher noch nicht aufgetreten. Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt … Kurz: Wir haben die Gelegenheit am Schopfe gepackt! Für uns stellte das Konzert den perfekten Abschluss einer tollen Reise dar.

Tipp: Probiert mal die traditionell litauischen Zeppelinas. Kartoffelklöße, die entweder mit Quark oder Fleisch gefüllt und mit einer Butter-Sahne-Sauce oder mit zerlassenem Speck und gedünsteten Zwiebeln serviert werden.

Vilnius' Altstadt.

Die Republik Užupis in Vilnius.

Die unabhängige Republik Užupis in Vilnius

Užupis ist ein Stadtteil am Rande der Altstadt von Vilnius, der in den 90er Jahren zum beliebten Künstlerviertel wurde. Die Künstler waren es auch, die die Republik Užupis schließlich ausriefen. Die Republik besitzt eine eigene Verfassung, einen Präsidenten und eine Flagge. Also alles, was man so braucht. Mein Lieblingsfakt ist der, dass die 12 Mann starke Armee mittlerweile aufgelöst wurde. Der Grund dafür liegt in ihrer Verfassung, in der sie sich zu völligem Gewaltverzicht verpflichten. Diese ist außerdem in mehreren Sprachen für jeden öffentlich angeschlagen.

Wer am 1. April in Vilnius ist, sollte die Chance nutzen und am Nationalfeiertag von Užupis das Viertel besuchen. An dem Tag gibt es Feste, einen eigenen Checkpoint und sogar eine eigene Währung. Wie der Termin erahnen lässt, sollte man das alles mit einem Augenzwinkern betrachten.

Und sonst gibt es in dem Viertel lauter tolle Cafés und Restaurants. Wer große Markenketten sucht, wird sie hier nicht finden. Schaut also mal vorbei!

Suchst du ein Hotel für Vilnius? Meine Hotel Empfehlung gibt es hier!

Die Verfassung von Užupis.

Die Verfassung von Užupis.

Trakai Wasserschloss in Litauen
Die Wasserburg Trakai nahe Vilnius

Für einen Ausflug von Vilnius aus, bietet sich das 28 km entfernte Trakai mit seiner gleichnamigen Wasserburg an. Die Burg liegt auf einer Insel in einem See, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Der Eintritt betrug 7 €. Das Fotografieren kostete extra.

In Trakai war ziemlich viel los. Vielleicht lag es daran, dass Sonntag war und auch viele Litauer den sonnigen Tag für einen Wochenendausflug nutzten. Die Bürger der Stadt störte dies scheinbar weniger, denn sie priesen fleißig ihre Einfahrten und Grundstücke gegen eine Gebühr als Parkplätze an.

Die Wasserburg hat mir an sich gut gefallen, vor allem der hintere Teil. Er wäre die perfekte Kulisse, für einen Action Film. Zugegeben hat sie mich von innen nicht vom Hocker gerissen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich generell schon viele Burgen besichtigt habe (Mit Schlössern ist das mein kleiner Spleen) und ich in den Monaten davor einige Burgen und Schlösser im Umkreis von Köln besucht habe. Eine davon war die Burg Eltz. Da ist das Gefälle natürlich recht hoch. Aber generell lohnt sich ein Besuch, denn es ist interessant zu sehen, wie Burgen im Baltikum gebaut wurden.

Ein weiterer lohnenswerter Ausflug von Vilnius aus ist der Europos Parkas am geografischen Mittelpunkt Europas und gleichzeitig ein Freilichtmuseum im Wald. Den Stopp wollte ich euch nicht verschweigen, da ich ihn ziemlich cool fand. Leider darf man Fotos von Ausstellungen nach Litauischem Recht nicht posten. Zumindest nicht als Blogger o. ä.. Aber sucht ruhig mal nach Europos Parkas, es lohnt sich!

Das waren meine Zwischenstopps in Litauen!

Wie versprochen hier die Karte, auf der du nachvollziehen kannst, wo die einzelnen Stationen waren. Außerdem eine Auflistung, die dir einen genauen Überblick verschafft, wie lange wir wo waren und wie viel Zeit du in etwa auf deiner eigenen Baltikum Rundreise einplanen solltest.

Die Stationen unserer Baltikum Rundreise in Litauen: Klaipeda, Kurische Nehrung, Berg der Kreuze, Vilnius, Europos Parkas, Trakai.

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Ist bei dir eine Reise nach Litauen oder eine Rundreise für das Baltikum geplant? Oder steht es zumindest schon auf deiner Bucketlist? Lass es mich in einem Kommentar wissen!

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2 Kommentare

  1. Da werde ich ganz wehmütig… Kuhrische Nehrung, Zeppelinas, Vilnius! Nur den Europa Park habe ich noch nie geschafft! Aber es muss ja auch ein nächstes Mal geben 😉

    • Silja sagt

      Liebe Michaela,

      ja, definitiv! Ich möchte auch nochmal nach Litauen.
      Hast du noch Tipps?

      Liebe Grüße
      Silja

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