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Rezept zum isländischen Bolludagur – Vatnsdeigsbollur

Während wir hier im Rheinland zur Karnevalszeit einen Puffel (Berliner) nach dem nächsten verdrücken, gibt es in Island am Rosenmontag, dem Bolludagur, traditionell Vatnsdeigsbollur (Wasserteig-Bollen) – und das en masse. Die bollur sind aus einem Brandteig und erinnern an deutsche Windbeutel with a twist. Die klassische Variante, die ich euch heute vorstellen möchte, wird mit Marmelade, sowie ganz viel Schlagsahne gefüllt und mit Schokoglasur bestrichen. Letzteres habe ich aber weggelassen. Nichts desto trotz seht ihr, vor der Fastenzeit wird nochmal kräftig zugeschlagen.

Die Tradition kam wahrscheinlich Ende des 19. Jahrhunderts aus Dänemark nach Island.

Für etwa 24 Stück:

Zutaten:

400 ml Wasser
160 g Butter
250 g Mehl
1/4 TL Backpulver
Eine Priese Salz
5 Eier

350 ml Sahne
150 g Beeren-Marmelade

Zubereitung:

Als erstes gibst du das Wasser und die Butter in einen Topf. Füge das Salz hinzu, sobald die Butter geschmolzen ist. Anschließend das Mehl und das Backpulver einrühren.

Den Teig unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis sich der Teig ablöst und sich ein Kloß bildet.

Jetzt den Topf vom Herd nehmen und den Teig ein paar Minuten auskühlen lassen. Als nächstes rührst du jedes Ei einzeln unter bis du einen glatten Teig hast.

Nun kannst du entweder einen Esslöffel oder einen Spritzbeutel nehmen, um den Teig portionsweise auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech zu verteilen.

Die bollur im vorgeheizten Backofen bei 200°C Ober- & Unterhitze für ca. 20- 25 min backen lassen. Sie sollen schön Goldbraun sein. Nach der Backzeit schaltest du den Ofen aus und lässt sie noch etwa 20 min darin auskühlen. So verhinderst du, dass sie wieder in sich zusammenfallen.

Wenn die bollur ausgekühlt sind, schneidest du sie in der Mitte durch, bestreichst die untere Hälfte mit Marmelade und tust darauf einen Klecks geschlagene Sahne. Einen großen Klecks. Jetzt die 2. Hälfte wieder oben auf setzten. Wenn du magst, kannst du sie noch mit Schoko-Glasur bestreichen.

Mehr zum nordischen Karneval:

Wenn du mehr über isländische Karnevals-Traditionen erfahren möchtest, findest du hier weiteres Infos.

Wie du oben erfahren hast, kommt die Tradition aus Dänemark. Hier findest du ein Rezept für die dänische Variante, namens Fastelavnsboller.

In Schweden gibt es die Semlor, in Finnland die Laskiaispulla und in Norwegen nennt man sie ebenfalls Fastelavnsboller.

Was bei diesen 4 Varianten auffällt? Die Rezepte sind alle so gut wie identisch. Hefe und Kardamom ist in allen Versionen zu finden. In Island jedoch, haben wir statt eines Hefeteigs, einen Brandteig und von Kardamom und Marzipan fehlt jede Spur.

 Übrigens: Der Begriff „Puffeln“ für Berliner, kommt aus dem Aachener Raum. 😉

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2 Kommentare

  1. Hallo Silja,

    jetzt sitze ich im Zug und komme endlich zum Blogs lesen. 🙂

    Puffeln kannte ich noch nicht, irgendwie muss ich dabei an Pantoffeln denken. Ich bin ja gebürtig vom linken Niederrhein und meine Ur-Oma hat immer Muzen gemacht (ohne Füllung, aber ungefähr in Berlinergröße).

    Danke für das Rezept, ich werde es ausprobieren, vermutlich in zwei Varianten, weil „mein“ Grieche enttäuscht aus der Wäsche schauen wird, wenn ich die Schoki weglasse… 😀

    Liebe Grüße,

    Elke

    • Hallo Elke,

      der perfekte Zeitvertreib 😀

      Haha, ich kann verstehen warum. Das klingt aber auch außerordentlich lecker. Ich kenne eher kleine Muzen.

      Viel Spaß dabei! Ich muss gestehen, dass es mir mit Schokolade viel zu mächtig gewesen wäre. Aber wer Schokolade liebt, für den ist sind sie genau das Richtige 😀

      Liebe Grüße
      Silja

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